Hochschule Bremerhaven vergibt Double Degree mit der kolumbianischenUniversidad EAFIT

Die kolumbianischen Studierenden Jose Luis Cadavid Cardans, Andres Bonilla Vellojin, mit dem deutschen Austauschstudenten Malte Stodt, Prof. Dr. Katharina Theis-Bröhl und Prof. Juan David Ortega (vlnr).
Die kolumbianischen Studierenden Jose Luis Cadavid Cardans, Andres Bonilla Vellojin, mit dem deutschen Austauschstudenten Malte Stodt, Prof. Dr. Katharina Theis-Bröhl und Prof. Juan David Ortega (vlnr).
Quelle: Prof. Dr. Katharina Theis-Bröhl, privat

22 Grad im November, Orchideen an den Berghängen und viele rote Backsteinhochhäuser: das ist Medellín. In der kolumbianischen Stadt des ewigen Frühlings können ab sofort Studierende der Hochschule Bremerhaven ein Double Degree ablegen. Prof. Dr. Katharina Theis-Bröhl hatte beim Besuch der Partneruniversität EAFIT in Südamerika einen vom Rektor unterzeichneten Vertrag für doppelte Studienabschlüsse im Gepäck. Durch ihre Lehr- und Forschungsreise legte Prof. Theis-Bröhl somit den Grundstein für eine künftige Zusammenarbeit beider Hochschulen.

„Ab kommenden Jahr können Studierende nach ihrem 6. Semester ein weiteres theoretisches Semester an der EAFIT absolvieren, anschließend die Industriephase in einer Firma oder Institution in Kolumbien machen und ihre Bachelorarbeit an der Universidad EAFIT verteidigen. Ähnlich funktioniert es auch andersherum“, so die Professorin und Studiengangsleiterin der Studiengänge Nachhaltige Energie- und Umwelttechnologien (NEU) and Process Engineering and Energy Technology (PEET).

Als einer der ersten Bremerhavener Studierenden wird Malte Stodt nach seinem sechsten Semester in Bremerhaven das Double Degree anlegen. Derzeit verbringt der Student des Studiengangs Process Engineering and Energy Technology (PEET) sein Auslandssemester an der Universidad EAFIT. Doch ein Austausch findet nicht nur auf der Studierendenebene statt. So erhielt Prof. Theis-Bröhl eine Einladung von Prof. Juan David Ortega von der EAFIT, einem früheren Absolventen des Masterkurses PEET der Hochschule am Meer, um auf einer Konferenz zu Simulation und Prozesskontrolle einen Vortrag zum Fließverhalten von Polymerschmelzen und Lösungen an der Grenzfläche zu festen Oberflächen zu halten. Darüber hinaus gab die Studiengangsleiterin eine Vorlesung über Regenerative Energien, die sie in ähnlicher Weise auch im 3. Semester des Studiengangs NEU an der Hochschule Bremerhaven hält.

Durch diese Erfahrungen bestärkt, freut sich die Professorin auf Studierende von der EAFIT in ihren Kursen in Deutschland, denn schon jetzt planen vier kolumbianische Studierende, im kommenden Sommersemester in Bremerhaven mit dem Double Degree zu beginnen. Einer davon ist Andres Bonilla Vellojin. Er war seitens Prof. Ortega während des Aufenthalts von Prof. Theis-Bröhl als Scout ausgesucht worden. „Unvergesslich wird mir der gemeinsame Ausflug ins Barrio de Santo Domingo bleiben, ein Slum, der sich im Norden der Stadt vom Tal bis ganz in die Höhe hinauf zieht. Dies war einst das ärmste und gefährlichste Viertel der Stadt. Hier herrschte in den 80-iger und 90-igern der Drogenboss Pablo Escoba und brachte Mord und Terror über die Menschen“, so die Professorin. Medellín galt damals als die gefährlichste Stadt der Welt und ist vielen vor allen aus den negativen Schlagzeilen in Zusammenhang mit den kolumbianischen Drogenkartellen bekannt. Mittlerweile ist die Stadt darum bemüht, den Armen Kultur zu bringen und ihre Wohnviertel an die Stadt anzubinden. Heute verfügt die ca. 3 Millionen Einwohner-Stadt nicht nur über eine moderne Metro, sondern auch Metro-Seilbahnen, mit denen man hoch in diese armen Wohnviertel fahren kann. Außerdem, wurde inmitten von Santo Domingo eine neue Bibliothek gebaut, ein monumentaler schwarzer Bau, der das neue Gesicht des Viertels prägt und von seinen Einwohnern intensiv genutzt wird.

Mit vielen Eindrücken aus dieser fremden Kultur kommt Prof. Theis-Bröhl zurück und möchte gern einige ihrer Studierenden zu einem Austausch oder zum Double Degree in dieser wunderschöne Stadt bewegen.

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