Klimaparcours der Hochschule Bremerhaven vor Ort

Mohamed (10, von links), Matteusc (11), Florian (10) und Moritz (10) experimentieren mit Rotebeetesaft und dem Kohlendioxid in ihrer Atemluft. Der Versuch gehört zum Klimapacours der Hochschule Bremerhaven in der Grundschule Wehdel
Mohamed (10, von links), Matteusc (11), Florian (10) und Moritz (10) experimentieren mit Rotebeetesaft und dem Kohlendioxid in ihrer Atemluft. Der Versuch gehört zum Klimapacours der Hochschule Bremerhaven in der Grundschule Wehdel
Quelle: Simon Weber

Gespannt schauen die Vierklässler der Grundschule Wehdel auf ihre Experimente. In einer Kooperation mit der Hochschule Bremerhaven führen die Lehrer Versuche an acht verschiedenen Stationen durch. Klimaparcours im Schullabor heißt das Projekt.

Mohamed (10) und Florian (10) blicken auf ihre Reagenzgläser. Die rötliche Flüssigkeit darin ist Rotebeetesaft. Mit einem Strohhalm pusten sie ihre Atemluft in den Saft und beobachten, was dann passiert. Es ist etwas schwer zu erkennen, aber die Flüssigkeit wird heller, da der Rotebeetesaft mit dem Kohlendioxid in der Ausatemluft reagiert. So lernen die Kinder etwas über das Treibhausgas Kohlendioxid, das auch die Atmosphäre der Erde beeinflusst.

Stefanie Uhe und Urthe Gebauer von der Hochschule Bremerhaven haben den Klimaparcours entwickelt und das Material für die acht Experimente in transportablen Kästen verstaut. Diese sollen künftig in verschiedenen Schulen Verwendung finden. Über die Arbeit mit dem Material und die Ziele der Versuche haben die beiden Frauen in einem Kurs an der Hochschule umfangreich informiert. Wehdels Grundschulleiter Horst Schütte und der sehr engagierte Hausmeister Roland Bothen haben daran teilge-nommen und so den Klimaparcours für ihre Schüler möglich gemacht.

„Das Klima ist das Wetter über einen längeren Zeitraum“, erklärt Horst Schütte den Schülern. Doch die Schüler der vierten Klasse wis-sen schon sehr gut Bescheid. Sie kennen den Treibhauseffekt und haben sich schon häufig mit den Themen rund um das Klima beschäftigt.

Die Grundschule in Wehdel ist „Umweltschule in Europa“ und möchte das Projekt „Klimaparcours“ dafür nutzen, diese Auszeichnung zu verlängern. Die Chancen dafür sind sehr gut. Die Kinder haben bei den acht Aufgaben einen Menge gelernt. So haben sie eine kleine LED-Lampe an ein Solarmodul gelötet, mit einem Trichter aus Alufolie die Energie der Sonne getestet und festgestellt, dass es keinen Höhenunterschied gibt, wenn Eiswürfel im Wasser schmelzen. Sobald das Eis aber in einem Trichter taut, der das Festland in dem Versuch darstellt, tropft dasWasser in das Glas und der der Wasserstand steigt. „Das ist wie beim Meeresspiegel“, weiß sofort ein Schüler.

14 Tage sind die großen Kästen mit den Experimenten in der Grund-schule Wehdel. Alle Schüler von der ersten bis zur vierten Klasse arbeiten in zwei Stunden an den Versuchen. „Die Zeit reicht aber nicht aus“, verrät Horst Schütte. „Die meisten Klassen sind so in die Experimente vertieft, dass wir noch eine weitere Stunden dazu nehmen werden.“ Die 86 Schüler beschäftigen sich intensiv mit dem Versuchsaufbau und notieren ihre Vermutungen. „Es ist sehr interessant, wenn plötzlich ein anderes Ergebnis eintritt“, erklärt Schütte und ist begeistert von dem Interesse der Kinder. „Da investieren wir natürlich gerne mehr Zeit für den Unterricht.“

(Quelle: Nordsee-Zeitung / jfw)

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