„Mit dem Smartphone in die Praxis“ - erstmals medizintechnische Liveübertragung in den Hörsaal der Hochschule Bremerhaven

Der Ergometriemessplatz mit Fahrradergometer im Zentrallabor Medizintechnik. Der Proband führt ein Belastungs-EKG durch. Die Studierenden im Hörsaal verfolgen gespannt den Ablauf (kleines Bild).
Der Ergometriemessplatz mit Fahrradergometer im Zentrallabor Medizintechnik. Der Proband führt ein Belastungs-EKG durch. Die Studierenden im Hörsaal verfolgen gespannt den Ablauf (kleines Bild).
Quelle: Hochschule Bremerhaven

Ausdrücklich erwünscht war diesmal der Blick auf das Smartphone während der Vorlesung. Mittels der neuen Technologie griffen die Studierenden des Studiengangs Medizintechnik im Zuge ihrer Vorlesung „Einführung in die Medizintechnik“ auf die elektronische Patientenakte mit Hilfe einer im Zentrallabor Medizintechnik der Hochschule Bremerhaven vorhandenen Arztpraxissoftware zu. Neben dieser Anwendung konnten die Studierenden zudem erstmals via Liveübertragung eine kardiologische Basisdiagnostik auf der Leinwand mitverfolgen.

„Zahlreiche gezielte Nachfragen der Studierenden während der Demonstration bestätigen, dass diese Art der Wissensvermittlung insbesondere bei den bislang eher abstrakt und theoretisch in der Vorlesung vermittelten Wissen gut ankommt“, so Prof. Dr. Rainer Dammer, Leiter des Studiengangs Medizintechnik. In Rahmen des Studiums wird bereits im ersten Semester das Grundverständnis über medizintechnische Apparate, deren Aufbau und Funktion sowie deren Zusammenwirken in geeigneten Netzwerken vermittelt. Erläutert werden unter anderem medizintechnische Geräte der Kardiologischen Basisdiagnostik, eine Funktionsdiagnostik, wie es z. B. die Elektrokardiographie (EKG) darstellt sowie dessen Einbindung in Praxisverwaltungs- (PVS) und Krankenhausinformationssysteme (KIS). In diesem Zusammenhang werden erstmals auch medizinische Datenformate, Schnittstellen zwischen den Systemen sowie Übertragungs- und Kommunikationssysteme behandelt.

Um attraktiv zu vermitteln, welche technischen Funktionalitäten für eine medizinische Diagnostik eingesetzt werden können, wurde erstmals die Liveübertragung eines praktischen Beispiels in den Hörsaal initiiert. So wurde neben dem vorlesungsbasierten, theoretischen Grundwissen über das Belastungs-EKGs als eine Anwendung einer kardiologischen Basisdiagnostik und dessen Einbindung in ein Praxisverwaltungssystem die zeitgleiche praktische Durchführung des Belastungs-EKGs organisiert. Ilja Steinbrecher, Student des 1. Semesters trat am Ergometriemessplatz mit Fahrradergometer als Proband kräftig in die Pedale. Vom Zentrallabor Medizintechnik aus wurde die Messung selbst und alle verschiedenen technischen Aspekte der Funktionsdiagnostik live in den Hörsaal übertragen. Die dafür erforderliche Grundkonfiguration der Kommunikations- und Netzwerktechnik und schließlich die Liveübertragung selbst wurden unter aktiver Mithilfe der Studenten Tim Dabelstein, Gunnar Berndt und André Gartmann realisiert. Ebenfalls mit studentischer Unterstützung erfolgte die Kamerasteuerung und Unterstützung bei der Moderation. Damit konnten Gerätetechnik und Anwendung einem großen Plenum zugänglich gemacht und Lerneffekte durch den Einsatz medialer Technik vervielfältigt und verstärkt werden.

„Mit dieser Anwendung sind wir auch in der Welt der Telemedizin angekommen“, so Dipl.-Ing. (FH) Holger Steenbock. Als technischer Laborleiter hatte er das „Beispiel zum Anfassen“ mit den Studierenden eindrucksvoll demonstriert und virtuell in den Hörsaal gebracht. Prof. Dammer nimmt die positive Rückmeldung der Studierenden gerne als Bestätigung, zukünftig auch andere Veranstaltungen im Studiengang Medizintechnik mit den modernen Kommunikationstechniken zu unterstützen. „Es gibt sicherlich viele Möglichkeiten, die Wissensvermittlung im Lehralltag zu optimieren. Mann oder Frau muss es einfach nur machen.“ Die Studierenden wird es freuen.

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