Plattfische, Seesterne und Miesmuscheln - Kinder-Uni an der Hochschule Bremerhaven

Prof. Dr. Bela Buck zeigt den Kindern, warum der Plattfisch platt ist bei der Kinder-Uni der Hochschule Bremerhaven
Prof. Dr. Bela Buck zeigt den Kindern, warum der Plattfisch platt ist bei der Kinder-Uni der Hochschule Bremerhaven
Quelle: Hochschule Bremerhaven

40 große Kinderaugen sehen staunend zu wie Prof. Dr. Bela Buck in die blauen Schuhüberzieher schlüpft und durch ein kleines Wannenbad schreitet. „Wir dürfen keine fremden Keime mit in die Zuchthalle bringen, denn sonst können die Fische krank werden“, so der Professor für Maritime Technologien der Hochschule Bremerhaven. Im Rahmen der Kinder-Uni der Hochschule Bremerhaven besuchen die Acht- bis Zwölfjährigen die Fischzuchthalle des Zentrums für Aquakulturforschung. Der Titel der etwas anderen Vorlesung: „Warum ist der Plattfisch platt?“

Doch bevor es zu den Fischen geht, steht ein Experiment auf dem Plan. Die Kinder dürfen zwei kleine Aquarien mit verschmutztem Wasser füllen. In einem der Becken befinden sich Muscheln. „Was meint ihr, wie wird das grüne Wasser wohl in einer Stunde aussehen?“, fragt der Forscher. Die Kids stellen Vermutungen an, doch auf das Ergebnis müssen sie noch etwas warten, denn nun geht es erst mal zu den Fischbecken.

In dicken Wannen schwimmen sie umher: die Plattfische. Der siebenjährige Morice Schaub darf zusammen mit einigen anderen Kindern einen der Fische mit einem Kescher einfangen und in eine kleinere Wanne legen. So können die Kinder das Tier aus nächster Nähe begutachten. „Das ist ein Steinbutt“, erklärt der Professor. Klar, dass die Nachwuchswissenschaftler wissen wollen, woher der Name kommt – doch das sollen sie selbst herausfinden. Mit Plastikhandschuhen bestückt dürfen die Kids das Tier streicheln. „Der hat so Knubbel, die fühlen sich an wie kleine Steine“, staunt Morice. Natürlich seien es keine richtigen Steine, sondern Knochenhöcker, erläutert der Professor. Der Steinbutt habe aber noch mehr Besonderheiten: Im Gegensatz zu anderen Fischen liegen beide Augen des Steinbutts auf derselben Körperseite. Das sei sinnvoll, da er am Meeresboden wohnt. „Er gräbt sich außerdem gerne in den Sand ein, damit er von seinen Feinden nicht gesehen wird. Da ist es von Vorteil, dass er so platt ist.“

Nun ist Essenszeit für die Fische. Die kleinen Besucher dürfen Futter in das Becken der Plattfische streuen. Doch die stürzen sich nicht wie erwartet auf das Essen an der Wasseroberfläche. Haben die Fische keinen Hunger? „Doch, aber sie trauen sich wohl nicht an die Wasseroberfläche. Diese Tiere können sehr gut hören und sind so eine laute Rasselbande nicht gewohnt“, schmunzelt der Professor für Maritime Technologien.

Neben den Fischen bekommen die Kinder auch noch Seesterne und Hummer zu sehen. Und zum Schluss wartet noch die Auflösung des Muschelexperiments. Die kleinen Besucher können es kaum glauben: Das Wasser im Muschelbecken ist sauber, das Wasser im anderen Becken ist immer noch trüb und verdreckt. „Muscheln sind die Filteranlagen der Meere, sie können in kurzer Zeit Wasser reinigen“, sagt Buck und verabschiedet die kleinen Meeresforscher.

Die nächste Kinder-Uni findet am 16. April statt mit dem Thema „Wie entsteht Strom aus Wind?“. Kartenvorverkauf für die Kinder-Uni am. Karten sind ab sofort im Vorverkauf erhältlich.

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