„typisch…“ – Kunstwerk ab 14. Mai an der Hochschule Bremerhaven

Medienkünstler Michael Weisser mit Rektor Prof. Dr. Josef Stockemer
Medienkünstler Michael Weisser mit Rektor Prof. Dr. Josef Stockemer
Quelle: Hochschule Bremerhaven

Mehr als sieben Monate hat der Medienkünstler Michael Weisser die Seestadt Bremerhaven zu Land, zu Wasser und aus der Luft erkundet. Aus tausenden von digitalen Bildern hat der Bremer Künstler mehr als 400 Motive ausgewählt, die für ihn den „spirit“ der Stadt zeigen. Jetzt hat das daraus entstandene Kunstwerk „typisch…“ seine Heimat gefunden: in der Hochschule Bremerhaven.

Beeindruckende Wolkenspiele über der Küste, Leuchtfeuer aus ungewohnter Perspektive, immer wieder der Deich oder beeindruckende Detailaufnahmen von alten Häusern der Seestadt, zeigen die 20 Quadratmeter großen Einzelbilder. Entstanden ist daraus ein großes Bildfeld, sechs Meter breit und dreieinhalb Meter hoch an der Wand im Foyer des Haus T. „Ich wünsche mir, dass meine Sicht auf Bremerhaven Anregungen gibt, dass sich Schüler und Studierende mit der Geschichte und der Ästhetik dieser Stadt auseinandersetzen“, erklärt Michael Weisser. Mehr als sieben Monate arbeitete er an seiner Bilderwand, ging zu Fuß, fuhr mit dem Wagen und mietete Boote, um neue Perspektiven auf Bremerhaven zu entdecken.

Für Prof. Dr. Josef Stockemer, Rektor der Hochschule Bremerhaven, ist das Kunstwerk eine willkommene Bereicherung. „Ich habe Michael Weisser mit offenen Armen empfangen“, erklärt er. „Denn eine Hochschule sollte nicht nur für fachliche Kompetenz stehen, sondern sollte auch Tore öffnen zu Bereichen, wie Kunst und Kultur. Das schafft dieses Kunstwerk.“

Dieser Meinung ist auch Dr. Nicola Borger-Keweloh. Die Kunsthistorikerin hat das Gutachten zu Weissers Fotokunstwerk geschrieben. Sie sieht aus fachlicher Sicht vor allem eins: Weisser zeigt ein anderes Bremerhaven, als es gemeinhin bekannt ist: „Touristische Angebote sind auch abgelichtet, aber aus neuartigen Perspektiven. Weisser zeigt Bremerhaven weniger als maritime Touristenstadt, sondern blickt hinter die Fassade“, meint die Wissenschaftlerin. „Das Foto vom Parktor Speckenbüttel zum Beispiel. Auch hier steckt Bremerhavener Geschichte drin, aber eben keine maritime.“

An einem verschneiten Sonntag im Januar 2011 hatte Weisser die Idee zu seiner Bilderwand. Im Rahmen eines Stipendiums lebte er zwei Monate lang im historischen Atelier des Wilke-Vereins für Kunstförderung in Bremerhaven. Er wollte sich während seines Aufenthalts mit der Seestadt beschäftigen und sie zum Thema seiner ästhetischen Forschung machen. Mit einer hochauflösenden Fotokamera zog er das gesamte Jahr über durch die Stadt und über das Land. Dabei schoss er mehr als 6.000 Fotos. Letztlich wählte er 400 Bilder aus. Unter seinen Fotos hat Weisser auch ein Lieblingsmotiv: den Radarturm. Denn „von welchem Standort auch immer, ganz häufig wird dieser Turm zum Teil des Bildes.“

Die interessierte Öffentlichkeit kann das Kunstwerk nach Absprache mit der Info-Zentrale der Hochschule Bremerhaven besichtigen. Auch Schulklassen können das Kunstwerk als Informations- und Inspirationsquelle wirksam in ihren Unterricht über Geo-Information, Kunst oder Geschichte im Rahmen einer Hochschulführung integrieren. Ansprechpartnerin hierfür ist Samra Schaub, E-Mail: sschaub@hs-bremerhaven.de.

Informationen zu Michael Weisser und seinen Werken unter: www.MikeWeisser.de.

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