Hochschule Bremerhaven erhält 50.000 Euro im Qualitätszirkel Studienerfolg

Für ihr Konzept „Brücken bilden“ zeichnete der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft jetzt die Hochschule Bremerhaven aus. Die Hochschule am Meer erhält für die Umsetzung von Maßnahmen zur Erhöhung des Studienerfolgs 50.000 Euro. Zusätzlich wurde sie mit fünf weiteren Hochschulen (FH Köln, Uni Bonn, TU München, Uni Duisburg-Essen und Fernhochschule Riedlingen) in den ‚Qualitätszirkel Studienerfolg‘ aufgenommen, um sich in besonderer Weise dafür zu engagieren, Rezepte zur Senkung der weithin hohen Abbrecherquoten in Deutschland zu entwickeln. „Zwar sind Studienabbrüche nicht grundsätzlich zu vermeiden, dennoch sieht die Hochschule Bremerhaven aufgrund des Bundestrends große Chancen, langfristig wirkende Instrumente zu etablieren, die auch nicht ausgezeichnete Hochschulen übernehmen können“, so Prof. Dr.-Ing. Peter Ritzenhoff, Konrektor für Studium und Lehre an der Hochschule Bremerhaven.

Die Hochschule Bremerhaven wurde bereits mehrfach für innovative Ansätze in der Lehre u.a. im Rahmen der Ausschreibung „Exzellente Lehre“ sowie im „Qualitätspakt Lehre“ ausgezeichnet. Konkret führt die Hochschule Bremerhaven jetzt einen „Studienführerschein“ ein, der den Übergang von der Schule bzw. den Tätigkeiten vor Studienbeginn in das Studium erleichtern soll. So werden im Rahmen einer intensiven Vorbereitungsphase für die künftigen Erstsemester bereits vor dem Studienstart Workshopangebote entwickelt, um sich frühzeitig in Themen wie Selbst- und Zeitmanagement, zielgerichtetes Lernen und effiziente Lernstrategien sowie Grundlagen wissenschaftlichen Arbeitens einzuarbeiten. „Unser Ziel besteht in einer besseren Integration von neuen Studierenden in den akademischen Studienbetrieb durch die Vermittlung von studien- und berufserfolgs-relevanten fachlichen und überfachlichen Schlüsselqualifikationen sowie durch eine Sensibilisierung bezüglich der Anforderungen eines Hochschulstudiums.“, so Prof. Ritzenhoff.

Insgesamt reichen die ausgezeichneten Ansätze der Siegerhochschulen im Qualitätszirkel Studienerfolg von der speziellen Erfassung von Risikogruppen in Verbindung mit präventiven Maßnahmen über individuelles Mentoring bis zur gezielten Weiterentwicklung einer Lehrqualifikation für das Prüfen. Neben dem Ausbau der individuell geförderten Projekte entwickelt der Stifterverband gemeinsam mit den Siegerhochschulen neue Strategien und konkrete Maßnahmen, mit denen unter anderem auch die Abbrecherquoten deutlich gesenkt werden können. Als ein Teil der Bildungsinitiative will der Stifterverband der Debatte um eine bessere Bildung in Deutschland mehr Richtung und Substanz geben. Denn die Ausgangslage ist alarmierend: Insgesamt haben fast ein Drittel aller Bachelorstudenten des Absolventenjahrgangs 2010 ihr Studium nicht abgeschlossen, in den MINT-Studiengängen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) war es sogar fast die Hälfte. „Wenn wir so weitermachen und halbe Jahrgänge im Studium scheitern lassen, werden wir den Fachkräftemangel nie in den Griff bekommen“, sagt Volker Meyer-Guckel, der stellvertretende Generalsekretär des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft: „Die ausgezeichneten Hochschulen zeigen, wie es besser gehen könnte. Davon sollen nun möglichst alle Hochschulen profitieren.“

Weitere Informationen unter www.stifterverband.de/bildungsinitiative

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