Hochschule Bremerhaven unterstützt Interessierte mit Migrationshintergrund

Menschen mit Migrationshintergrund zeigen, was in und mit einem Studium möglich ist – diese Idee steht hinter dem neuen Projekt, das die Hochschule Bremerhaven in diesen Tagen mit ersten Kursangeboten gestartet hat. Nadine Metzler, Mitarbeiterin der Kontaktstelle Schule-Hochschule in der Stabsstelle Marketing und Öffentlichkeitsarbeit, spricht mit ihrem Konzept gezielt Kinder, Jugendliche und auch deren Eltern an, um ihnen entweder in der Hochschule am Meer (An der Karlsburg) oder vor Ort in Vereinen, Einrichtungen und Organisationen die Welt der Wissenschaft zu öffnen.

„Das ist eine wichtige Chance, um den Jugendlichen und auch den Eltern aufzuzeigen, welche Möglichkeiten ihnen bei uns zur Verfügung stehen“, sagt Metzler, die das Projekt mindestens für die nächsten beiden Jahre auf der Agenda stehen hat. Zum Auftakt gab es in Kooperation mit dem Pädagogischen Zentrum (Pädz) im Schullabor einen Kurs rund um das Thema Wasser. „Dort haben sich die Schülerinnen und Schüler ganz unterschiedlicher Altersstufen mit verschiedenen Fragen auseinander gesetzt“, erzählt Metzler. So wurden beispielsweise Wasserquellen und Wasserverschmutzung thematisiert. Während dort 15 Kinder experimentierten, konnten sich die Mütter den Campus und die Räumlichkeiten wie Labore, Mensa oder Bibliothek ansehen. Bei einem weiteren neuen Kursangebot waren Mitglieder der Fatih-Moschee eingeladen, im Schullabor einen Robotik-Kurs mitzuerleben und so in die Bereiche Informatik und Automation reinzuschnuppern.

„Ziel des Migrationsprojektes, das die Hochschule seit Oktober 2012 umsetzt, ist, das Interesse insbesondere dieser Zielgruppe an den mathematischen, ingenieurtechnischen und naturwissenschaftlichen Fächern und einem Studium zu erhöhen“, informiert Cornelia Driesen, Projektleiterin und Leiterin der Stabsstelle Marketing und Öffentlichkeitsarbeit der Hochschule Bremerhaven. Denn trotz guter Noten und sehr guten Chancen auf dem Arbeitsmarkt begännen nur wenige Schüler mit Migrationshintergrund ein Studium. „Dabei ist bekannt, dass technische und naturwissenschaftliche Studiengänge zu zukunftsorientierten Berufen führen und dringend Fachkräfte gesucht werden“, sagt sie.

Problem ist dabei oft der Mangel an Wissen oder manchmal auch die Sprache. „Ich kenne Familien, da sprechen die Kinder zwar deutsch in der Schule, aber zu Hause eben gar nicht“, erzählt Metzler. Dazu kommen auch manchmal falsche oder oft fehlende Informationen über die Studienvoraussetzungen und das Studium selbst. Manchmal sind es Berührungsängste mit der Wissenschaft, manchmal mangelndes Wissen über das Bachelor- und Mastersystem oder manchmal kulturell bedingte Vorstellungen, die dazu führen, dass begabte und motivierte junge Menschen kein Studium aufnehmen. Mit der Kontaktperson für Personen mit Migrationshintergrund und einem attraktiven Angebot für genau diese Zielgruppe möchte die Hochschule am Meer jetzt aktiv neue Wege beschreiten. Denn auch wenn es bereits vor dem Projekt „Entwicklung und Umsetzung eines Maßnahmenkatalogs für Studieninteressierte mit Migrationshintergrund" Kontakt- und Kursangebote für Jugendliche, Studieninteressierte, Eltern und Lehrer seit über zehn Jahren an der Hochschule Bremerhaven gibt, so hat Nadine Metzler weitere ganz spezielle Veranstaltungen eigens für die Zielgruppe konzipiert.

Am 25. und 26. März steht beispielsweise erstmals ein kurzes Schnupperstudium namens „Multikulti im Labor“ auf dem Programm. Ab dem kommenden Wintersemester startet zudem ein Mentoringprogramm. Hinter dem sogenannten „MINTmi“-Programm steckt ein Tandemkonzept: Ein erfahrener Studierender mit Migrationshintergrund nimmt sich eines Studieninteressierten an, der am Frühstudium der Hochschule Bremerhaven teilnimmt.

Weitere Informationen rund um das neue Projekt finden sich auch unter
www.hs-bremerhaven.de/Projekte_fuer_Schuelerinnen_und_Schueler.html

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