Gefährdungen und Bedrohungen von Offshore Windenergiepark

Assoziierte Partner informieren sich zum Stand des Forschungsprojekts „Offshore Windenergie - Schutz und Sicherheit“
Assoziierte Partner informieren sich zum Stand des Forschungsprojekts „Offshore Windenergie - Schutz und Sicherheit“
Quelle: Hochschule Bremerhaven

Assoziierte Partner informieren sich zum Stand des Forschungsprojekts "Offshore Windenergie - Schutz und Sicherheit"

"Wir freuen uns, den assoziierten Partnern mitteilen zu können, dass der bewertete Gefährdungs- und Bedrohungskatalog mit den zugeordneten Ursachen als Ergebnis vorliegt und dass bereits über 35 bestehende Sicherheitskonzepte und Maßnahmen, die einen Bezug zu unserem Projekt haben, ausgewertet wurden", freute sich Prof. Uwe Arens, Koordinator des Verbundprojektes "OWiSS: Offshore Windenergie - Schutz und Sicherheit". Bei einem fachlichen Austausch an der Hochschule Bremerhaven informierten sich die sechs Verbundpartner Deutsche Offshore Consult GmbH (DOC), Fraunhofer Institut für Fertigungstechnik und angewandte Materialforschung (IFAM), Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik (ISL), Institut für Seevölkerrecht und Internationales Meeresumweltrecht (ISRIM) und die Hochschule Bremerhaven mit dem Institut für Windenergie fk-wind: und dem Institute for Safety and Security Studies (ISaSS) kürzlich gegenseitig über den Bearbeitungsstand des Projektes und die bisherigen Ergebnisse. "Im Fokus unseres Treffens und der nächsten Bearbeitungsschritte stehen die Maßnahmen, die zusätzlich zu den bestehenden Sicherheitskonzepten und Maßnahmen ergriffen werden können, um den möglichen Gefährdungen und Bedrohungen von Offshore Windenergieparks und ihren Subsystemen zu begegnen", so Prof. Arens.

Für das IFAM wurde aus energiewirtschaftlicher Sicht schnell deutlich, dass solche Gegenmaßnahmen direkt an der betroffenen Einheit ansetzen und die Verletzlichkeit dieser Einheiten bzw. des Gesamtsystems reduzieren müssen. Entsprechend wurden den assoziierten Partnern mögliche Maßnahmen vorgestellt und mit diesen diskutiert, die beispielsweise eine Vermaschung des Netzes, eine Sicherung der Exportkabel oder die Speicherung von Strom im Fokus haben.

Die Untersuchungen des ISL teilen sich bei der Betrachtung der zu ergreifenden und zu bewertenden Maßnahmen in zwei Richtungen auf. Zum einen wurden den assoziierten Partnern die Ergebnisse der detaillierten Untersuchung der IT-Sicherheit vorgestellt. Hier wurde deutlich, dass in Bezug auf Maßnahmen zur IT-Sicherheit eine Vielzahl von Akteuren - vom Anlagenbauer über den Entwickler, zu den Übertragungsnetzbetreibern und Direktvermarktern bis hin zum Offshore Windenergieparks (OWP)-Betreiber und den Sicherheitsfachleuten - unterschiedliche Zuständigkeitsbereiche inne haben und verschiedene Zugriffsrechte auf OWP und ihre Subsysteme besitzen. Dies erhöht den Bedarf für Maßnahmen zur IT-Sicherheit enorm. Zum anderen beschäftigt sich das ISL mit der Simulation der Auswirkungen von Maßnahmen als Einflussfaktor für deren Bewertung. Das Simulationsmodell bildet dabei den laufenden Betrieb eines oder mehrerer OWP ab und trägt zur Ermittlung von Daten für die Bewertung präventiver Maßnahmen bei. So können beispielsweise Logistikkosten und entgangene Einspeisevergütungen vor und nach der Umsetzung einer Maßnahme ermittelt werden. Die Kosten zur Umsetzung der Maßnahme, wie Personal-, Material- und Investitionskosten müssen ebenfalls mit in die Bewertung einfließen, können aber nicht mit Hilfe des Modells ermittelt werden. Eine intensive Unterstützung bei der Ermittlung von Daten und Kosten, u. a. für Ausfallzeiten, Wetterfenster, Schiffskosten, Verfügbarkeit, wird dabei durch die DOC gewährleistet.

Seitens der Hochschule Bremerhaven erfolgt eine übergeordnete Betrachtung aller Startereignisse, die zu einem relevanten Bedrohungs- bzw. Gefährdungsszenario für OWP und ihre Subsysteme führen können. Hierbei werden den Startereignissen und deren Ursachen, wie z. B. der Absturz eines Luftfahrzeugs oder die Beschädigung eines Seekabels, die sowohl einen Safety- als auch einen Securityhintergrund haben können, generelle sowie spezifische Gegenmaßnahmen organisatorischer und technischer Art zugeordnet. Generelle Maßnahmen können beispielsweise aus den Bereichen Perimeterschutz, Kontrollmechanismen oder Kommunikationslösungen kommen.

Für die geplanten Fallstudien zur Bewertung von Maßnahmen wurden mögliche Startereignisse ausgewählt. Hier kann nun mit der Erprobung, Validierung und Demonstration von bereits bestehenden und zum Teil auch neu konzipierten Gegenmaßnahmen im Lage- und Führungszentrum der Hochschule Bremerhaven gestartet werden.

Eine rechtliche Begleitung der Fragestellungen, die sich durch die Entwicklung von neuen Maßnahmen oder die Erweiterung bestehender Sicherheitsmaßnahmen ergeben, ist dabei durch das ISRIM sichergestellt.

Eine wesentliche Basis für das gesamte Projekt OWiSS, für die Bewertung von Gefährdungen und Bedrohungen, für die Entwicklung von Szenarien und die Einordnung von möglichen Gegenmaßnahmen bilden die zahlreichen Gespräche mit Expertinnen und Experten aus den unterschiedlichen Bereichen der Offshore Windenergie. Hierzu zählen auch die assoziierten Partner.

Das dreijährige Verbundvorhaben OWiSS beschäftigt sich mit möglichen Gefährdungen und Bedrohungen von OWP und deren Subsystemen und wird im Rahmen des Programms "Forschung für die zivile Sicherheit" durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

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