Forschendes Lernen nach China gebracht

Prof. Axel Bochert mit chinesischen Studierenden, die ihre an einem Roboterarm befestigte Schaltung testen
Prof. Axel Bochert mit chinesischen Studierenden, die ihre an einem Roboterarm befestigte Schaltung testen
Quelle: Prof. Axel Bochert

Prof. Bochert lehrte an der Liaocheng University

25 Studierende folgen aufmerksam seiner Vorlesung. Eigentlich eine ganz gewöhnliche Lehrsituation für Prof. Dr. Axel Bochert - und doch ist es für ihn eine besondere Herausforderung. Zehn Tage lehrte der Professor mit dem Schwerpunkt Meeresenergiesysteme und Messtechnik der Hochschule Bremerhaven an der Liaocheng University vor chinesischen Studierenden. Jeweils drei Stunden Vorlesung täglich und anschließend zwei Stunden lang zwei Gruppen im Labor hat Prof. Bochert mit den chinesischen Studierenden verbracht.

"Die Studierenden sollten sich vorstellen, dass sie in einem Unternehmen arbeiten und ein System entwickeln sollen, das die Wassertemperatur und die Bewegung in Wellen misst", erläutert Prof. Bochert seine Lehrplanung. Dies sei eine typische Aufgabe, wie sie in der elektrischen Messtechnik vorkommen könne. Elektrische Messtechnik ist ein weltweit wachsendes Tätigkeitsfeld und viele Universitäten orientieren sich in diese Richtung. Dennoch sind praktische Erfahrungen von besonderer Bedeutung, die in nur wenigen Studiengängen unterstützt würden. Deshalb habe sich der Professor der Hochschule Bremerhaven dazu entschieden, den Kurs Elektrische Messtechnik mit einer Kombination aus Theorie und Praxis anzubieten.

Da die chinesischen Studierenden ihre Sprachkenntnisse verbessern sollen, war die Unterrichtssprache Deutsch. Zur Sicherheit stand aber mit Yutong Li eine Übersetzerin dem Professor immer zur Seite. Doch trotz der Sprachproblematik stellte Prof. Bochert schnell fest, dass die Studierenden ihm in der Vorlesung sehr schnell folgen konnten. "Sie sind doch ganz anders als unsere Studierenden", so Prof. Bochert. "Sie sind in den Grundlagen viel besser und konnten beispielsweise mathematische Umformungen sehr gut überblicken. Gleichzeitig waren sie aber sehr unselbstständig und hatten große Schwierigkeiten die Schaltungen eigenständig zu berechnen."

Nach zehn Tagen Theorie und Praxis hatten aber alle Studierenden ihre elektronischen Schaltungen selber aufgebaut und durch Messungen getestet. "In der Evaluation wurde am Ende die praktische Anwendung immer besonders gelobt - dass sie in Zweiergruppen im Labor eigenständig arbeiten müssen, haben sie hier in China noch nie erlebt", freut sich Prof. Bochert. Vielleicht habe er ja etwas bewegen können und das forschende Lernen als Methode an die chinesische Universität gebracht.

Neben der Lehrerfahrung bringt Prof. Bochert aber noch viele weitere neue Eindrücke mit nach Hause. "Ich habe hier in der fünf Millionen Einwohner großen Stadt Liaocheng keinen Europäer gesehen und wenn ich mit meinem Fahrrad in der Gegend herum fahre, starren mich viele Leute an; sowohl jung wie auch alt", erinnert er sich. Insgesamt seien die Chinesen aber ein sehr freundliches und angenehmes Volk und er habe sich sehr wohl gefühlt.

Zugehörige Dokumente

  • Prof. Dr. Axel BochertProf. Axel Bochert mit chinesischen Studierenden, die ihre an einem Roboterarm befestigte Schaltung testen

    JPG206 kB

Zurück zur Übersicht