„Möve“ fürs Warehouse 4.0

Datenbrille "Möve" im Einsatz
Datenbrille "Möve" im Einsatz
Quelle: Hochschule Bremerhaven

Studierende der Hochschule Bremerhaven entwickeln App für Datenbrille

Sie erleichtert den Arbeitsalltag ungemein: Die Datenbrille fürs Lager. Mit ihrer Hilfe werden Lagerarbeitende durchs Warenhaus geleitet, um Artikel aufgrund von Aufträgen zusammenzustellen. Bachelorstudierende der Studiengänge Wirtschaftsinformatik und Informatik der Hochschule Bremerhaven entwickelten im Zuge des Projektmoduls eine App für eine Datenbrille. Auftraggeber waren das Bremer SAP-Unternehmen abat und ein deutscher Automobilbauer mit Sitz in Bremen. Der Name für die Datenbrille "Möve" kommt übrigens vom englischen Wort move (bewegen) und der Möwe als lokalen Bezug zu Bremerhaven.

Ein tragbares Computersystem als Prototyp für einen Lagerprozess entwickeln, so lautete die Aufgabenstellung der Auftraggeber. Nach gründlicher Überlegung entschieden sich die Studierenden für eine Datenbrille. Bisher mussten nämlich die Lagermitarbeitende mit einer Warenliste durchs Lager laufen und die gewünschten Teile einscannen. So hätten sie einen technischen Gefährten auf der Nase, der den Arbeitsprozess deutlich erleichtert. Mit der Brille werden Mitarbeitenden alle wichtigen Daten auf der Tour angezeigt. Ein weiterer Vorteil ist, dass sie die Hände frei haben, da ihnen alle Daten direkt vors Auge gespielt werden. Die Anforderungen für die App der Datenbrille wurden von dem Auftraggebern klar formuliert: Die App muss benutzerfreundlich sein, eine Statusanzeige haben und Rückmeldungen farbig anzeigen können.

Entwickelt haben die Studierenden zwei Brillenmodelle. Die eine zeigt die Daten direkt im Brillenglas an, die andere besitzt einen kleinen Bildschirm vor dem Auge. Beide sind mit einem drahtlosen Netzwerk verbunden und werden über die App gesteuert. Außerdem besitzt die Brille unterschiedliche Menüpunkte, zum Beispiel zur Anweisung der Mitarbeitenden. So kann die Ware "Just-In-Time" geliefert werden, also genau zu dem Zeitpunkt, wenn sie gebraucht wird.

Positives Feedback gab es auch von den Auftraggebern. Die Studierenden haben sich für das Projekt sogar die Programmiersprache ABAP beigebracht, um mit dem SAP-Daten arbeiten zu können. An der Weiterentwicklung tüfteln die Studierenden auch schon. "Es könnte noch ein Navigationssystem für neue Mitarbeitende implementiert werden, damit diese den Weg durch die Regale schneller finden", so Kevin Kussyk, Student beim Möve-Projekt. Auch einen Verbesserungsvorschlag haben die Studierenden noch an die Datenbrille: "Bei der Brille, wo die Kamera immer mitläuft, müsste auf jeden Fall die Akkulaufzeit optimiert werden."

Das Projekt rund um die Warehouse-Brille haben die Informatikstudierenden Mirco Seemeier, Marcel Gellert, Wilhelm Groß, Eike Mehrkens, Lena Gundlach, Björn Becker, Clemens Prill, Kevin Kussyk, Elias Rezapur, Robin Beyer, Davis Scisly und Daniel Ruhlandt auf die Beine gestellt. Betreut wurde das Projekt von Prof. Dr. Thomas Umland.

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