Internationalisierungsstrategie

Mit der flächendeckenden Umsetzung der Bologna-Studiengangsreformen in Form einer Überführung von Diplom-Studiengängen in Bachelor- und Masterstudiengänge seit 2006 trägt die Hochschule diesen Internationalisierungszielen verstärkt Rechnung. Eine Besonderheit bei den neuen konsekutiven Studiengängen ist insbesondere deren stärkere internationale Ausrichtung, insbesondere was die Integration englischsprachiger Lehranteile in den Curricula sowie deren Verzahnung mit Studiengängen ausländischer Partnerhochschulen betrifft. So werden in einigen ihrer Studiengänge spezielle Austauschprogramme und Doppelgraduierungen mit europäischen und außereuropäischen Partnerhochschulen angestrebt und verwirklicht.

Neben der Pflege und Vertiefung bestehender internationaler Kooperationen wurden im Zeitverlauf zahlreiche neue Kooperationen mit ausländischen Partnerhochschulen eingegangen.

Die Internationalisierungsabsichten der Hochschule Bremerhaven orientieren sich u.a. an dem strategischen Ziel  einer verstärkten Gewinnung ausländischer Studierender. Mit Hilfe ihres erweiterten Partnerschaftsnetzwerks ist es zwischenzeitig gelungen sowohl den Anteil ausländischer Incoming Students aus Partnerhochschulen als auch den Anteil von lokalen Outgoing Students in internationale Kooperationshochschulen zu erhöhen. Das International Office unterstützt diese Austauschstudierenden maßgeblich durch intensive Beratungs-, Betreuungs- und Koordinierungsmaßnahmen. Derartige studentische Mobilitätsmaßnahmen werden neben Dozenten- und Personalaustauschen bislang maßgeblich mit DAAD- Fördermitteln aus den Programmen ERASMUS und PROMOS unterstützt.

Mit dem ständigen Austausch von Dozenten, Leitungspersonal und Studierenden mit den bestehenden internationalen Partnerhochschulen erfolgt ein gegenseitiger befruchtender Wissenstransfer mit guten Best-Practise-Orientierungen und Synergieeffekten für alle Beteiligten. Gemeinsame Forschungsprojekte und die gemeinsame Betreuung von Abschlussarbeiten sowie bi- oder trinationale Seminare für Studierende werden zudem wiederholt durchgeführt und ermöglichen den heimischen Forschenden, Lehrenden und Studierenden internationale Perspektiven und Referenzen.

Der bisherige regionale Schwerpunkt internationaler Kooperationsaktivitäten lag in der Region Osteuropa. Hierin nimmt insbesondere die mittlerweile 35-jährige Kooperation mit der polnischen Partneruniversität Akademia Morska in Gdynia eine herausragende Rolle ein. Mit dieser wurden über die Jahre vielfältige Kooperationsprojekte initiiert und umgesetzt, welche Vorbildcharakter für einen Ausbau der Partnerschaften mit weiteren osteuropäischen Partnerhochschulen einnehmen. Hierin werden insbesondere in gemeinsam mit Gdynia entwickelten Forschungsprojektideen auch multilaterale EU-TEMPUS-Fördervorhaben mit weiteren Partnern aus der Region angestrebt und aktuell im Themengebiet „Innovative Lehr- und Lernkonzepte“ mit 6 weiteren Hochschulpartnern aus Usbekistan und Spanien beantragt. Bisherige Kooperationsmaßnahmen mit osteuropäischen Partnern (neben Polen vorwiegend Rumänien und Russland) wurden aus dem DAAD-Förderprogramm Ostpartnerschaften unterstützt.

Zur konsequenten Fortsetzung ihrer Internationalisierung in Form der Erschließung neuer Hochschulmärkte und Partnerschaftsnetzwerke wurde seit 2010 als neue geografische Zielregion für strategische Hochschulpartnerschaften die VR China bestimmt. Im Mittelpunkt steht hierbei das Eingehen enger Partnerschaften mit ausgewählten chinesischen Hochschulen mit dem Ziel die bestehenden Kooperationen zu vertiefen und neue Partnerschaften anzubahnen, Mobilitätshemmnisse für chinesische Studierende für ein (Weiter-) Studium an der heimischen Hochschule abzubauen und deren schnelle Integration in den hiesigen Studienbetrieb zu fördern. Hierfür wurden und werden spezielle strukturierte Austausch- und Aufbaustudienprogamme entwickelt, welche Bachelorabsolventen der Partnerhochschulen in selektiven MINT-Studienrichtungen ein direktes Masteranschlussstudium an der Hochschule Bremerhaven ermöglichen soll.

Mit den genannten bestehenden und neuen Bausteinen strebt die Hochschule Bremerhaven eine konsequente Fortsetzung und Weiterentwicklung ihrer Internationalisierungsbestrebungen mit sowohl europäischen als auch überseeischen Partnern an, um auf diese Weise ihren Stellenwert als „internationale“ Hochschule zu festigen und auszubauen. Hierbei sollen die bislang verwirklichten einzelnen Internationalisierungsschritte konsequent fortgesetzt und bis 2020 zu einem konsistenten Gesamtkonzept, welches alle Aspekte der Internationalisierung der Hochschule systematisch verzahnt, weiterentwickelt werden.