Exkursionen

Norddeutsche Seekabelwerke (Juni 2018)

Sei es nun Energie oder Nachrichtenübertragung. Kabel gibt es jeder Art und sie herzustellen ist eine Kunst für sich.
Strahlend blauer Himmel und für Bremerhaven untypische 25 Grad. Die besten Vorraussetzungen sich aufs Rad zu schwingen und der gegenüberliegenden Weserseite einen Besuch abzustatten. In Nordenham stellen seit 1899 die mittlerweile zur Prysmian Group zugehörigen Norddeutschen Seekabelwerke ihre Produkte her. Hierzu zählen sowohl Nachrichten-, See-, Luft-, Energie- und Offshorekabel als auch die Herstellung von technischen Kunststoff- und Umweltprodukten.
Der Frage wie genau diese Produkte hergestellt werden, konnten am 20.06.2018 die Studenten der Studiengänge Windenergietechnik und Maritime Technologien der Hochschule Bremerhaven nachgehen. Für einen Tag öffneten die Norddeutschen Seekabelwerke ihre Pforten und boten ein umfangreiches Programm an. Vormittags wurde in verschiedenen Vorträgen zunächst das Unternehmen vorgestellt und ein Einblick in die technischen Herausforderungen geboten, die bei der Produktion von Seekabeln zu beachten sind. In einer weiteren Präsentation wurde das nötige elektrotechnische Wissen dargestellt, um ein möglichst effizientes Energiekabel mit geringer Verlustwärme und guter Isolierung herzustellen. Das Verlegen der Seekabel stellt womöglich die größte Herausforderung dar, was zum Abschluss der Vorträge mit zwei Kurzfilmen veranschaulicht wurde. Nach Textfeld: Exkursion: Norddeutsche Seekabelwerke Sei es nun Energie - oder Nachrichtenübertragung. Kabel gibt es jeder Art und sie herzustellen ist eine Kunst für sich. den theoretischen Grundlagen am Vormittag lud das Unternehmen zu einem gemeinsamem Mittagessen ein.
Mit neu geschöpfter Energie konnte nun die Tour über das Gelände beginnen. Umgeben von Kabeltrommeln mit Durchmessern von mehreren Metern konnten die verschiedenen Produktionsschritte bestaunt werden. Beginnend mit der Herstellung von Glasfaserkabeln, wurden die Produktionsschritte der unterschiedlichsten Kabeltypen ausführlich erklärt und zwischendurch war immer ausreichend Zeit für Fragen. Außerhalb der Fabrikhallen befinden sich große Becken, wo die Möglichkeit besteht die Kabel bereits vor ihrem Einsatz auf ihre Wasserresistenz zu testen.
Da die meisten Kabel Sonderanfertigungen sind, bietet das weitläufige Gelände ausreichend Platz um Ersatzkabel zu lagern. Am beeindruckendsten waren vermutlich die riesigen Maschinen zur Verzwirnung der einzelnen Kabelkomponenten und die an der Decke verlaufenden Bahnen, die die Kabel von einem Produktionsschritt zum nächsten leiten.
Nach diesem aufschlussreichen Tag ist ein Seekabel nicht mehr nur das nötige Verbindungsstück von der Windkraftanlage zum Verbraucher, sondern ein Phänomen für sich, das unten am Meeresboden still und unauffällig seine Arbeit verrichtet und schon lange ein unverzichtbarer Teil der Strom- und Nachrichtenversorgung geworden ist.

Ausflug zur Deutschen Windtechnik nach Viöl (Juni 2018)

Im Rahmen des Masterstudiums Windenergietechnik fand am 15.06.2018 eine Exkursion in das malerische 2.200-Seelen-Dorf Viöl statt. Nach einem leckeren Fischbrötchen- und Bockwurst-Snack auf der Fähre von Wischhafen in Richtung Glücksstadt, trafen wir pünktlich um kurz vor 10:00 Uhr bei der Deutschen Windtechnik ein. Hier wurden wir herzlich in deren Räumlichkeiten vor Ort vom Geschäftsführer Carl Rasmus Richardsen in Empfang genommen.
Mit etwas mehr als 1.000 Mitarbeitern agiert die Deutsche Windtechnik in 9 Ländern weltweit. Hierbei betreiben sie knapp 3.300 Windenergieanlagen unter Basis- und Vollwartungsvertrag (davon etwa 1.800 in Deutschland).
Aufgeteilt in zwei große Hallen bekamen wir vier unterschiedliche Gondeltypen vorgestellt. Je eine Gondel der AN BONUS 2.0-76, VESTAS V80 2.0, ENERCON E70 und NEGMICON NM72 1,5 MW konnten wir im Original in ihrer kompletten Ausstattung besichtigen. Hierbei fiel auf, dass die Zusammensetzung der Maschinenkomponenten und das Platzangebot für Servicetechniker innerhalb der Gondeln von Hersteller zu Hersteller sehr unterschiedlich ausfallen. Außerdem wurde uns, durch einen ehemaligen ENERCON-Mitarbeiter, ein interessanter Einblick die umfangreiche Schalt- und Regelungstechnik der ENERCON E70 Gondel verschafft.
Ebenso konnten wir einen Einblick in den Steuerbetriebstechnikbereich der, ebenfalls am selbigen Standort ansässigen Tochtergesellschaft „Deutsche Windtechnik Steuerung“ gewinnen. Hier wurde uns u.a. ein großer 3D-Drucker gezeigt, womit verschiedene Kleinkomponenten der Schaltelektrik vor Ort selbstständig und kostengünstig produziert werden können. Zu guter Letzt wurde uns noch der Trainingsraum für die Elektrotechnik-Lehrgänge der Auszubildenden der Deutschen Windtechnik vorgeführt, welcher durch seine aktuelle und überaus nutzerfreundliche Ausstattung die Studierenden überzeugen konnte.

DR. BORN – DR. ERMEL GMBH und EWE OFFSHORE SERVICE & SOLUTIONS GMBH (Januar 2018)

Im Rahmen des Masterstudiums Windenergietechnik sowie dem Studiengang Maritime Technologien mit Schwerpunkt Windenergie fand am 12.01.2018 eine Exkursion statt, um Einblicke in verschiedene Ingenieursbereiche zu bekommen.

Auf dem Plan standen dabei der Besuch der Ingenieurgruppe Dr.- Born – Dr. Ermel GmbH in Achim, der EWE Offshore Service & Solutions GmbH (EWE OSS) sowie dem Hunte-Wasserkraftwerk in Oldenburg.

 

Dr. Born – Dr. Ermel GmbH

In Achim wurden wir morgens von dem Geschäftsführer Dipl.-Ing. Henry Och in Empfang genommen. Die Ingenieurgruppe Dr.- Born – Dr. Ermel GmbH beschäftigt sich mit Projektplanung und -management und beschäftigt etwa 190 Mitarbeiter an mehreren Bürostandorten. In einer interessanten Präsentation wurde von Herrn Och die wichtigen Schritte und Kompetenzen für ein erfolgreiches Projektmanagement dargestellt. Zusätzlich wurden wichtige Aspekte für erfolgreiche Mitarbeiterführung und der Beitrag von einem guten Betriebsklima zum Erfolg eines Unternehmens diskutiert. Gestärkt durch ein üppiges Frühstück konnten wir uns anschließend in Richtung Oldenburg auf den Weg machen.

 

EWE Offshore Service & Solutions GmbH

In Oldenburg angekommen wurden wir herzlich in den Räumlichkeiten von EWE OSS empfangen. Zunächst wurde uns in Fachvorträgen die Arbeit im Bereich Offshore Windenergie dargestellt.

Torre Poppe hat aus seiner langjährigen Erfahrung im Bereich Offshore Windparks, die Parks wie alpha ventus und RIFFGAT umfasst, berichtet und als Absolvent des Bachelorstudiengangs Maritime Technologien zeigen können, dass man als Absolvent gut den Anforderungen in der Wirtschaft gewachsen ist.

Anschließend wurde von Christian Meynen der Bereich Sicherheit in Offshore Windparks erläutert. Hier wurde anhand einer durchgeführten Rettungsübung dargestellt, wie wichtig die Sicherheitskonzepte und Notfallpläne sind, da aufgrund der schwierigen Bedingungen ein großer logistischer Aufwand bei einer Rettung nötig ist.

Daran schloss sich dann thematisch passend der Vortrag zur allgemeinen Logistik im Offshore Bereich von Hans Brink an. Hier wurden die Herausforderungen aufgezeigt, die an die Logistik bei der Umsetzung von Offshore Projekten gestellt werden. Anschließend war noch ein kurzer Besuch der Leitwarte der Offshore Windparks im selben Hause möglich, in dem deutlich wurde, wie wichtig das Zusammenspiel aller Teilnehmer im Betrieb eines solchen Projektes ist.

 

Als Abschluss der Exkursion wurde uns ermöglicht, das 1927 erbaute Wasserkraftwerk-Hunte zu besichtigen. Dieses denkmalgeschützte Bauwerk, mit einer elektrischen Leistung 700kW, liefert damit seit über 90 Jahren verlässlich Energie. Die geschichtlichen und technischen Details wurden von Hartmut Grünheim sowie Prof. Dr. Carsten Fichter erläutert. Dieses veranschaulichte wie langfristige Nachhaltigkeit aussieht und auch in den modernen erneuerbaren Energien aus der Geschichte gelernt und Inspirationen gewonnen werden können.

 

Zu guter letzt noch einmal ein herzliches Dankeschön an Henry Och, Torre Poppe, Christian Meynen, Hans Brink sowie Hartmut Grünheim für die interessanten Vorträge und den offenen und kompetenten Austausch.

Ein Herzliches Dankeschön an Prof. Dr. Fichter für die Organisation der Exkursion und die Möglichkeit Kontakte in die Wirtschaft zu knüpfen.

Text und Bilder: Markus Hoyer

Studierende der Studiengänge WET und MAR mit Prof. Dr. Fichter vor dem Wasserwerk Hunte

Generatoren des Wasserkraftwerks-Hunte

Netzleitstelle TenneT & Vereisungskanal DLR (Juni 2017)

Netzleitstelle TenneT

Der Netzbetreiber TenneT ist einer von vier Netzbetreibern Deutschlands. Wir waren zu Besuch in Lehrte (bei Hannover) - Standort einer der Leitwarten, die TenneT betreibt. Der Besuch beinhaltete einen ausführlichen Vortrag über den Strukturwandel des Netzes als Folge der fortschreitenden Energiewende. Der Netzbetreiber ist für den Transport der Energie und die Stabilität des Netzes verantwortlich. Hinsichtlich dieser Verantwortung bringen erneuerbare Energien neue Herausforderungen mit sich. Auch wurden die Auswirkungen des EEGs 2017 auf die zukünftige Energieerzeugung aus der Perspektive der Netzbetreiber beleuchtet. Die Vorstellung des Arbeitens in einer Leitwarte, sowie die ausführliche Besichtigung des anliegenden Umspannwerks folgten als Programmpunkte (dafür ist warme Kleidung hilfreich). Die Einladung von Herrn Michelsen zum leckeren Essen in der hauseigenen Kantine, rundete den Besuch ab.

 

 

 

Vereisungskanal DLR 

Die Arbeitsgruppe des Forschungszentrums von „Ver- und Enteisung von Tragflügeln und Windenergieanlagen“ ist an der Universität Braunschweig angesiedelt. Die Mitarbeiter des DLR und der TUBS begrüßten uns mit drei einführenden Vorträgen zu den Themen „Stand der Technik zur Enteisung von WEA“, „Eiserkennungsforschung am DLR“ und zur “Flugzeugenteisung: Mechanische Enteisungsverfahren mittels resonanter Strukturanregung“. Auf die sehr gut aufbereitenden und verständlichen Präsentationen, folgte die Besichtigung des Enteisungskanals. Die Versuchsdurchführung beginnt gewöhnlich mit der Einbringung eines Blattsegmentes einer Windenergieanlage in den Windkanal. Bei unserem Besuch bekamen wir die Chance in kleinen Gruppen im laufenden Betrieb im Windkanal zu stehen und zu beobachten wie das Testobjekt vereist.

 

 

Abb. 2: Ver- und Enteisungskanal des DLR in Braunschweig

 

Fazit: Früh aufstehen lohnt sich definitiv!

 

Text und Bilder: Masterstudentin Windenergietechnik Anna Jalufka

Wasserkraftwerk Hunte, Netz- und Offshoreleitstelle der EWE Netz, Druckluftspeicheranlage Huntdorf (Juni 2017)

Exkursionsziele:

 — Wasserkraftwerk Hunte (EWE)

  Netzleitstelle und Offshore Leitstelle der EWE Netz

  Offshore (EWE OSS)

   Druckluft (uniper)

 Zum Ende des 2. Fachsemesters ging es für die WET-Studenten noch einmal auf Exkursion in Richtung Oldenburg. Dazu machten sich frühmorgens insgesamt drei Kleinbusse auf den Weg und steuerten im winterlichen Schneetreiben die erste Station, das Wasserkraftwerk Hunte, an.

Seit 1927 besteht das Hunte-Kraftwerk in Oldenburg, welches seit 2010 von der EWE betrieben wird. Zuständig für den reibungslosen Betrieb des Laufwasserkraftwerks ist Hartmut Grünheim. Er selbst nahm die Studenten auch im historischen Gebäude in Empfang und führte diese durch die Anlage, welche zum großen Teil noch mit der alten Technik von 1927 gesteuert wird. Auch die Generatoren sind noch aus der Anfangszeit, wobei diese auch schon über die Zeit ein Upgrade bekommen haben. Ebenso taucht zwischen den analogen Anzeigen hier und da dann doch schon neuste Digitaltechnik auf. Rund 2 Millionen Kilowattstunden erzeugt das Kraftwerk durchschnittlich im Jahr, was ausreicht um mehr als 500 Haushalte mit erneuerbaren Strom zu versorgen.

Station 2 der Exkursion war die Netzleitstelle der EWE Netz, welche ebenfalls in Oldenburg ihren Sitz hat. Begrüßt wurden die Studenten hier von Herr Hövel. In lockerer Atmosphäre gab er eine Einführung in die Aufgaben und Leistungen der EWE Netz, zeigte aber zeitgleich auch die neuen Herausforderungen für die Netzführung auf, die die erneuerbaren Energien mit sich bringen. Nach dem Vortrag wurden die Studenten in zwei Gruppen durch die Netzleitstelle geführt. Dabei erhielten sie einen Einblick in die Arbeitswelt der Mitarbeiter und deren Systeme zur Fernsteuerung der Anlagen im Netz. Auch die Mitarbeiter der Offshore Leitstelle erläuterten den Studenten ihren Arbeitsalltag, welcher in einem 3-Schicht-System gefahren wird. Das ganze vor einem Hintergrund aus bunt-blinkenden Bildschirmen an den Wänden, welche den aktuellen Zustand der Anlagen auf hoher See wiedergeben.

Abschließender Punkt auf der Exkursions-Agenda war die Besichtigung der Druckluftspeicheranlage in Huntorf, unweit von Oldenburg. Auf der ganzen Welt gibt es nur zwei solcher Anlagen. Eine befindet sich in McIntosh in den USA (1991) und die andere im ländlichen Raum Oldenburgs. In Betrieb genommen wurde die Anlage 1978 und kann eine Leistung bis zu 320 MW über mehrere Stunden liefern. Die Funktionsweise der Anlage ist relativ einfach zu erklären. Frischluft wird angesaugt und über zwei Verdichterstufen auf das nötige Drucklevel gebracht und in unterirdischen Kavernen gespeichert. Diese Kavernen sind im Fall von Huntorf zwei ausgesohlte Salzkavernen mit je 150.000 m3 Speichervolumen. Im Bedarfsfall kann die gespeicherte Druckluft über eine Turbineneinheit mit Brennkammer wieder in elektrische Energie umgewandelt werden. Der große Vorteil der Anlage gegenüber anderen Kraftwerken ist der, dass ein Druckluftspeicherkraftwerk „Schwarzstartfähig“ ist. Dies bedeutet, dass im Falle eines Blackouts im Netz kann die Anlage unabhängig vom Stromnetz hochgefahren werden und somit für dessen Wiederaufbau sorgen. Die Anlage in Huntorf wurde den Studenden vom Kraftwerksleiter Herrn Krüger gezeigt, welche mittlerweile zu uniper, der von E.ON abgespaltenen Gesellschaft für Wasser, Kohle und Gas, gehört. Bedingt durch die energiepolitischen Rahmenbedingungen kämpft das Kraftwerk schon längere Zeit mit der Wirtschaftlichkeit. Herr Krüger zeigte sich gegenüber den Studierenden aber optimistisch, dass im Zuge des großen Speicherbedarfs durch die erneuerbaren Energien in Zukunft kein Weg an der Technologie des Druckluftspeicherkraftwerks vorbei führt.

Organisiert wurde die vorgestellte Exkursion von Prof. Dr.-Ing. Fichter im Rahmen der Vorlesung „Technisches Anlagen- und Parkmanagement“. Auch in Zukunft sollen im Studiengang Windenergietechnik vermehrt und regelmäßig Exkursionen stattfinden.

Abschließend gilt noch einmal der Dank an Herrn Grünheim, Herrn Hövel, Herrn Krüger und Herrn Vögel für die gute Betreuung, die interessanten Gespräche sowie die ausführlichen Antworten auf alle gestellten Fragen. 

Text: Masterstudent Windenergietechnik Fabian Olbrich