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03.07.2025

Nachts mit dem Laptop im Museum

Studium

45 Teilnehmende beim Koggethon 2025

Eine ganze Nacht lang hat der Studiengang Informatik das Deutsche Schifffahrtsmuseum übernommen, um mit Anfänger:innen und Fortgeschrittenen an spannenden Programmierprojekten zu arbeiten. Von Samstag auf Sonntag wurden in der Koggehalle des Museums wieder die Laptops aufgeklappt. Dabei bauten die Studierenden, Schüler:innen und andere Interessierte Visualisierungen des Meeresbodens, Schiffsanimationen, ein 3-D-TicTacToe und gewannen Punkte bei der Erforschung von Sicherheitslücken eines Webshops.

Der Koggethon wurde von Studierenden und Hochschullehrenden vorbereitet. Den Teilnehmenden standen umfangreiche Beispiele zur Animation von dreidimensionalen Szenen, aus denen sich interaktive Animationen erstellen lassen, als Ausgangspunkt zur Verfügung. Das Schifffahrtsmuseum stellte ein digitales 3D-Modell des ersten Forschungsschiffes „Meteor“ zur Verfügung und überließ den Programmierteams während der Nacht spontan die gedruckten Forschungsberichte und vollständigen Ergebnistabellen der Forschungsfahrten.

Prof. Dr. Oliver Radfelder, Hochschullehrer für Infrastruktur an der Hochschule Bremerhaven, betont, dass „praktische Erfahrung und Übung die Schlüssel der Programmierausbildung sind. Dies lässt sich dann nicht nur in den Kursen der Informatik-Studiengänge der Hochschule erfahren, sondern eben auch nachts im Museum. Und die Ergebnisse der Nacht sind Jahr für Jahr sehenswert.“ Während im letzten Jahr eine Webseite geschaffen wurde, welche den Beschleunigungssensor eines Smartphones zur Steuerung eines 3D-Objektes genutzt hat, lag der Fokus dieses Jahr auf der animierten Visualisierung von Millionen von Datensätzen in einem leichtgewichtigen Webservice. Dies ist eine Anwendung, die über eine sehr ressourcenschonende Webseite zugreifbar ist. Animiert wurde unter anderem der Ozeanboden. Aber die Kreativität der Teilnehmenden war an dieser Stelle nicht zu stoppen. In weiteren Projekten würde eine dreidimensionale Version von TicTacToe geschaffen oder die „Meteor“ auf großer Fahrt über einer Seekarte des Atlantiks animiert. Ein anderes Projekt modellierte und visualisierte das bewegte Schiff in der Schaukelbewegung der Wellen.

Herausragend gut angenommen wurde auch das Angebot, in einem sogenannten Capture-the-Flag-Wettbewerb auf die Suche nach Sicherheitslücken auf einer Trainingswebseite zu gehen. Die fünf teilnehmenden Teams versuchten gemeinsam mit Prof. Dr. Lars Fischer den Juice-Shop des Open Web Application Security Projects zu "hacken" und dabei Punkte in Form von "Flaggen" zu sammeln. „Das Wissen um die potentiellen Schwachstellen von Computersystemen ist essentiell für die erfolgreiche Prävention gegen Cyberangriffe“, erklärt der Professor.

Die Nacht endete, wie üblich, mit einer kurzen Präsentation der verschiedenen Projektergebnisse und dem gemeinschaftlichen Aufräumen des Museums. Nach nur einer Stunde waren Kabel, Tische, Computer und der Mitternachtsimbiss spurlos verschwunden. Den sonntäglichen Besucher:innen des Museums bleibt kein Hinweis, dass neben der historischen Kogge die digitale Welt in der Nacht das Zepter geschwungen hatte.

(Nachbericht verfasst von Prof. Dr. Lars Fischer)

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