Am Limit!

"Jäcky" ist eine der Protagonistinnen des Dokumentarfilms.
"Jäcky" ist eine der Protagonistinnen des Dokumentarfilms.
Quelle: Duc Quang Le

Studierende produzieren Dokumentarfilm über Stress im Studium

Fast ein Viertel der Studierenden in Deutschland leidet unter hoher Arbeitsbelastung, Stress und Erschöpfung. Die Folgen reichen vom Burnout-Syndrom bis zu depressiven Erkrankungen. Die Gründe können vielfältig sein: ein neues Lebensumfeld, Orientierungslosigkeit, Prüfungs- oder Zukunftsangst. Auch Onlinelehre und Lockdown tragen zur Belastung bei. Gleichzeitig werden diese Sorgen von der Gesellschaft häufig nicht ernst genommen. Studierende des Studiengangs Digitale Medienproduktion an der Hochschule Bremerhaven wollen nun mit einem Dokumentarfilm für das Thema sensibilisieren. „24/7 – Studierende am Limit“ lautet der Titel des neuen Filmprojekts, bei dem Betroffene selbst zu Wort kommen. Unter der Leitung von Prof. Dr. Holger Rada begleiten mehrere Filmteams vier junge Menschen in Hamburg, Osnabrück und Bremerhaven und zeigen, wie diese mit Stress im Studienalltag umgehen.

In Deutschland sind derzeit fast drei Millionen Studierende eingeschrieben. Projektkoordinatorin Lisa Jane Albrecht erklärt, dass ein knappes Viertel dieser Menschen an Erschöpfung leide. “Viele Studierende zweifeln sogar an Sinn und Zweck ihres Studiums. Intensive Prüfungsphasen, ein ständiger Leistungsdruck, Überforderung oder die zusätzliche Belastung durch einen Nebenjob - das sind Gründe, die dazu führen, dass Betroffene über ein hohes Stressniveau klagen.“ Bei Studierenden resultiert Stress meist aus den Anforderungen, die sie an sich selbst, oder auch Freund:innen und Familienmitglieder an sie haben. Mit diesen Anforderungen und Erwartungen steigt der Leistungsdruck. Auf der anderen Seite werden Studierende oft mit Sätzen konfrontiert wie „Studierende sind faul, liegen dem Staat auf der Tasche und machen nur Party“. „Diese Stereotype kennen wir alle“, meint Chiara Müller aus dem Redaktionsteam. „Da wir im Team aber alle selbst studieren, wissen wir, dass die Realität anders aussieht.“ Mit diesem Dokumentarfilm soll ein Beitrag dazu geleistet werden, dass sich Studierende in ähnlichen Lebenslagen weniger allein und vor allem verstanden fühlen und die Gesellschaft für das Thema sensibilisiert wird. Kameramann Duc Quang Le ergänzt: „Durch die gerade angelaufenen Dreharbeiten mitten in der Vorlesungszeit merken wir erst, dass wir, unabhängig vom Studiengang, belastungsmäßig doch alle irgendwie im selben Boot sitzen.“

Die Hauptprotagonist:innen haben trotz unterschiedlicher Fachrichtungen eine Gemeinsamkeit - ein hohes Stresslevel. Wie negativ oder auch positiv sich dies auf die Studienleistungen und das Leben auswirkt, ist häufig sehr verschieden. „In unserem Dokumentarfilm wollen wir alle Facetten des Themas beleuchten und offen mit den betroffenen Menschen sprechen“, erklärt Pheline Hanke aus dem Kamerateam. „Lockdown und Onlinelehre tragen natürlich auch zur Arbeitsbelastung der Studierenden bei“, meint Prof. Dr. Holger Rada, „doch das Team hat sich klar dagegen ausgesprochen, einen Film über das Studieren in Zeiten der Pandemie zu drehen.“ Natürlich lasse sich die Pandemie nicht ausblenden, zum Mittelpunkt des Projekt solle sie dennoch nicht werden. Prof. Rada stellt klar: „Unser Team hat ein gutes Hygienekonzept für den Dreh entwickelt. Dass alle Masken tragen und unsere Geräte desinfiziert werden, ist klar. Wir teilen aber auch die komplette Gruppe in sehr kleine Units auf und testen alle Beteiligten vor und nach den Drehs.“

Die Dreharbeiten für den Film sollen Ende Mai abgeschlossen sein. Das Social-Media-Team der Projektgruppe hat mittlerweile einen Instagram-Kanal aufgebaut, auf dem in Kürze weitere Infos über das Projekt, das Team und die Protagonist:innen zu finden sein werden: www.instagram.com/studierendeamlimit/

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